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Vor 90 Jahren wurde der Ennepe-Ruhr-Kreis als „Kreis aus der Retorte“ gegründet. Er entstand zum 1.August 1929 im Zuge einer großen kommunalen Neuordnung im heimischen Raum aus den nicht in kreisfreie Städte eingegliederten „Resten“ der Landkreise Hagen, Hattingen und Schwelm.

Breckerfeld In diesem Jahr wird der Ennepe-Ruhr-Kreis 90 Jahre alt. Bei der Gründung am 1.08.1929 gehörten zu ihm 36 selbständige Gemeinden, hatte eine Größe von 413,78 qkm und 162 027 Einwohner. Er war Teil der preussischen Provinz Westfalen. Diese gliederten sich nach dem damaligen Kommunalrecht in selbständige Städte und Gemeinden, die zu Ämtern zusammengefasst waren. In unserem Raum bildeten Breckerfeld, Dahl und Waldbauer das Amt Breckerfeld. Sie waren vor 1929 Teil des Landkreises Hagen. Die drei Gemeinden hatten eine gemeinsame Verwaltung im Breckerfelder Amtshaus. Nach einem Brand am 25.Juni 1956 musste es abgerissen werden. Es wurde durch einen Neubau ersetzt. Nach der Auflösung der Ämter in NRW heißt es seit dem 1.01.1970 „Rathaus“.
Die Stadt Breckerfeld erhielt zum 1. 08.1929 gleichzeitig einen Flächen- und Einwohnerzuwachs. Ihr wurde damals das sogenannte „Talsperrengebiet“ im Bereich von Heilenbecker- und Ennepe-Talsperre zugeschlagen. Es ging dabei um eine Fläche in der Größe von 652 ha, auf der 119 Einwohner lebten. Das Gebiet war bis dahin Teil der Stadt Radevormwald, die zum damaligen Kreis Lennep gehörte. Diese Maßnahme hatte folgenden Grund: Um eine Vereinfachung im Verwaltungsbereich zu erreichen, waren fortan nur ein Kreis und ein Regierungsbezirk für die Talsperren verantwortlich.
Auch in anderen kreisangehörigen Städten, Ämtern und Gemeinden gab es in den 90 Jahren insgesamt 14 Gebietsveränderungen: Aus rein praktischen Gründen gab es in einigen Städten Gebietsabtretungen oder neue Zusammenschlüsse. Neben kleinflächigen Abtretungen tauschte man auch Gebietsteile aus. Große  Veränderungen- alle freiwillig vollzogen – gab es folgende: 1939: Die Gemeinde Ende wird Teil der Stadt Herdecke. 1949:  Die Gemeinden Milspe  und Voerde bilden die Stadt Ennepetal. 1960: Die Gemeinden Niedersprockhövel und Obersprockhövel vereinigen sich zur Gemeinde Sprockhövel. 1966: Die Gemeinden Blankenstein, Buchholz, Holthausen und Welper schließen sich zur Stadt Blankenstein zusammen.
Vor der vorletzten kommunalen Neuordnung in unserem Raum gehörten zum Ennepe-Ruhr-Kreis  zum Datum 31.12.1969 folgende Gemeinden und Ämter: Stadt Ennepetal, Stadt Gevelsberg, Stadt Hattingen, Stadt Herbede, Stadt Schwelm, Stadt Wetter (Ruhr), Amt Blankenstein, Amt Breckerfeld, Amt Haßlinghausen,  Amt Hattingen-Land, und Amt Volmarstein. Zusammen hatten sie eine Fläche von 413,36 qkm und  279 391 Einwohner. Mit Inkrafttreten  des Neuordnungsgesetzes vom 16.12.1969 gehörten einen Tag später am 1.01.1970 folgende 10 Gemeinden zum EN-Kreis: Stadt Breckerfeld (gebildet aus den ehemaligen Gemeinden Breckerfeld und Dahl) , Stadt Ennepetal, Stadt Gevelsberg, Stadt Hattingen, Stadt Herbede, Stadt Herdecke, Stadt Schwelm, Stadt Sprockhövel, Stadt Wetter und, wenn auch erst um fast ein Jahr später, als  kleinste Gemeinde Waldbauer. Mit Urteil des Verfassungsgerichtshofes NW in Münster vom  18.12.1970 gewann die alte Gemeinde ihre Klage gegen die Eingliederung in die Stadt Hagen aus formellen und  sachlichen Gründen und wurde  in ihren alten Grenzen wieder hergestellt. Der Ennepe-Ruhr-Kreis hatte damals eine Fläche von 398,71 qkm und 268 751 Einwohner. Breckerfeld und Waldbauer  hatten zusammen 12 591 Einwohner und eine Fläche von 97,08 qkm. In unserem Raum verlor Breckerfeld  den Ortsteil „Im Dahl“ an die neugebildete  Gemeinde Schalksmühle im damaligen Kreis Lüdenscheid.
Die letzte Kommunale Neuordnung mit dem zugehörigen Gesetz vom 9. Juli 1974 trat am 1. Januar 1975 in Kraft. Sie brachte im Kreisgebiet starke Veränderungen: Die bisher kreisfreie Stadt Witten wurde vergrößert um die bisher kreisangehörige Stadt Herbede dem Ennepe-Ruhr-Kreis zugeschlagen. Breckerfeld verlor das Volmetal (ehemalige Gemeinde Dahl). Bis auf kleinere Gebiete (obere Selbecke, Bereich Flugplatz Wahl) wurde die frühere Gemeinde Waldbauer Ortsteil der Hansestadt Breckerfeld. Der Ennepe-Ruhr-Kreis hatte am 1.01.1975  somit eíne Fläche von 408,01 qkm und 354 140 Einwohner. Die „neue“ Stadt Breckerfeld startete damals laut der Statistik der Schwelmer Kreisverwaltung mit 6577 Einwohnern, die auf  58,65 qkm lebten.
Breckerfeld hat bei der letzten Neuordnung mit Erfolg für seine Eigenständigkeit gekämpft. Sie brachte zwar einen großen Verlust bei Einwohnerzahl ( – 6014 Einwohner) und Fläche (- 38,44 qkm), ermöglichte aber  Politik, Verwaltung und der Bürgerschaft, die Stadt Breckerfeld in Eigenverantwortung fortzuentwickeln. Sichtbares Zeichen dafür ist die Zunahme der Einwohnerzahl, die im Jahr 2000 erstmals mehr als 9000 Einwohner betrug. Bedingt durch die dezentrale Verlegung von Bewohnern der Einrichtung Bethel im Ortsteil Zurstraße in Nachbarstädte und  den auch in Breckerfeld spürbaren demografischen Wandel liegt die Einwohnerzahl zum 31.12.1918 bei 8 913 laut Haushaltsvorbericht 2019 der Hansestadt. (OE)
Quelle für die oben genannten Fakten und Zahlen: Der Neue Ennepe-Ruhr- Kreis,  Probleme der Wirtschaftsstruktur, Herausgegeber: Der Oberkreisdirektor des EN-Kreises , Neuauflage 1979.