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Am 2. Oktober 2009 wurde in der Hansestadt Breckerfeld am Abend in der Pausenhalle des Schulzentrums die „Schuldenfreiheitsparty“ groß gefeiert: An diesem Tag hatten am Morgen der damalige Bürgermeister Klaus Baumann und sein Kämmerer André Dahlhaus in der Zweigstelle der Sparkasse Ennepetal-Breckerfeld mit einem Scheck über 323 814,87 € die letzten Schulden der Hansestad Breckerfeld zurückgezahlt.

Breckerfeld Den 10-jährigen Jahrestag der Schuldenfreiheit der Hansestadt nahmen Bürgermeister André Dahlhaus und Kämmerin Sandra Schüler im Gespräch mit „Breckerfeld gefällt“ zum Anlass zu einem Rückblick und Ausblick auf die Zukunft. Beide waren bereits vor 10 Jahren unter der Regie von Bürgermeister Klaus Baumann in der Kämmerei für die Stadtfinanzen zuständig, André Dahlhaus als damaliger Kämmerer und Sandra Schüler als stellv. Amtsleiterin.

André Dahlhaus:

dav

„Seit meiner Übernahme des Kämmereramtes und seit meiner Wahl zum Bürgermeister am 13.09. 2015 sind für mich geordnete Finanzen dieser Stadt die Grundlage für die Sicherung der Stadtentwicklung auch in der Zukunft. Wenn diese Grundlage fehlt, können die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung nicht mehr selbst entscheiden, was, wo und wann investiert werden soll.“ Er freue sich, dass die Stadt erfolgreich das 10. Jahr der Schuldenfreihet erreicht hat. Dahlhaus: „Rat und Verwaltung haben in dieser Dekade die Infrastruktur dieser Stadt mit Investitionen in Millionen Höhe vorangebracht: Vieles Vorhandene wurde zukunftsfähig saniert und Neues nachhaltig geschaffen, ohne neue Schulden aufzunehmen. Diese Schuldenfreiheit gilt es bei allen in der Zukunft anstehenden Investitionsentscheidungen zu bewahren.“

Kämmerin Sandra  Schüler ergänzt: „Seit 10 Jahren müssen wir nun keine jährlichen Zins- und Tilgungslasten mehr tragen. Dadurch fällt es leichter, die notwendigen Eigenmittel bei von Bund, Land und EU geförderten Maßnahmen aufzubringen.“ Die Stadt habe durch Teilnahme an Fördermaßnahmen des Bundes (Energieeffizienz, Schulteilhabe-Programm) und an regionalen Sonderprogrammen wie z. B. Vital NRW, Flurbereinigungsverfahren oder ein Dorferneuerungsprogramm des Landes Fördermittel in Millionenhöhe in die Stadt holen können. Auch in Zukunft sei man bestrebt, diese Töpfe von  Bund, Land und EU in Anspruch zu nehmen, um die eigene Kasse zu schonen.

Der 10. Jahrestag der Schuldenfreiheit ist „Breckerfeld gefällt“ ein Anlass zum Blick in die Vergangenheit, in der die Stadt Breckerfeld in drei Jahrzehnten mit hohen Schulden  zu kämpfen hatte:
Im Zuge der 2. Kommunalen Neuordnung unseres Raumes wurde die Stadt Breckerfeld zum 1.01.1975 in ihren heutigen Grenzen neu gebildet. Damals erlitt die Stadt durch die Eingemeindung des Volmetales  und Teilen der früheren Gemeinde Waldbauer ( Flugplatz Wahl, obere Selbecke) in die  Stadt Hagen einen großen Verlust an Flächen und Einwohnern. Die Fäche sank von  97.08 qkm auf 58,65 qkm, die Einwohnerzahl von 12 231 Einw. auf 6577 Einwohner. Dazu trug die verkleinerte Stadt zum 31.12.1975 eine Schuldenlast von 3 558 000 Euro ( damalige DM-Werte in Euro umgerechnet).

Die politisch Verantwortlichen um Bürgermeister Diethelm Büttner und Stadtdirektor Werner Kuhenne sahen sich gezwungen, so schnell wie möglich für Wachstum zur Sicherung der Selbständigkeit der Stadt zu sorgen. Es galt dazu neue Wohn- und Gewerbeflächen zu erschließen und in Kindergärten und Schule zu investieren. Das ging nicht ohne Kreditaufnahmen, die bis zum Jahr 31.12.1998 auf 12 055 000 Euro anwuchsen. Die Zinsbelastung stieg zum gleichen Datum auf 730 000 Euro. Ein sehr großer Teil der damaligen Schulden beruhte auf den Investitionen in die Neubaugebiete der Stadt und dabei auch auf dem Wert der noch nicht verkauften Grundstücke, die sich in der Überzahl im Stadtbesitz befanden. Im Rathaus leiteten Bürgermeister Klaus Baumann und sein Kämmerer Markus Tempelmann den gezielten Schuldenabbau ein. Alle Fraktionen der Stadtvertretung zogen dabei mit. Die gezielte Ansprache von Bauinteressenten führte in den Folgejahren zum Abschmelzen des Schuldenberges durch den Grundstücksverkauf. Gleichzeitig betrieb die Stadt eine sparsame Ausgabenpolitik und nutzte Möglichkeiten zum Erhalt günstigerer Zinssätze durch Umschuldungen. Dadurch sanken die Zins- und Tilgungslasten Jahr für Jahr, bis im Jahr 2009 das letzte Darlehen abgetragen war. Übrigens: Auch in all den Jahren der hohen Schulden wurde die Stadtkasse Breckerfeld so geführt, dass nie Kassenkredite genutzt werden mussten. Die jährlichen Haushalte sahen und sehen zwar bis heute die Möglichkeit dafür vor, um für den Notfall gerüstet zu sein.

(OE)