Persönliches Budget: Fachtag setzt Schlusspunkt unter Kampagne
Mit einem gut besuchten Fachtag ist die kreisweite Kampagne „Das Persönliche Budget – mehr Selbstbestimmung für Menschen mit Behinderung“ erfolgreich zu Ende gegangen. Rund 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, sich über Möglichkeiten, Herausforderungen und Perspektiven des Persönlichen Budgets (PB) zu informieren und auszutauschen.
Ziel der Kampagne des Ennepe-Ruhr-Kreises war es, Menschen mit Behinderung über ihre Rechte zu informieren, Nutzungsmöglichkeiten aufzuzeigen und Wege zu mehr Selbstbestimmung im Alltag zu eröffnen. Ein zentrales Instrument hierfür ist das Persönliche Budget – eine gesetzlich verankerte Leistungsform, die es ermöglicht, Unterstützungsleistungen eigenständig zu organisieren.
„Wer dies macht, macht einen großen Schritt in Richtung selbstbestimmtes Leben. Natürlich helfen den Betroffenen auch vorgefertigte Sach- oder Dienstleistungen weiter. In der Selbstwirksamkeit und für das Selbstbewusstsein macht es aber einen erheblichen Unterschied, dank eines Budgets Assistenzkräfte und Unterstützungszeiten eigenständig auswählen und festlegen zu können“, machte Landrat Jan-Christoph Schaberick zu Beginn der Veranstaltung deutlich.
Begrüßen konnte er im Schwelmer Kreishaus auch Claudia Middendorf, Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderung sowie für Patientinnen und Patienten. Sie sprach sich dafür aus, den Zugang zum Persönlichen Budget weiter zu vereinfachen, das Angebot konsequent weiterzuentwickeln und die Beratung zu stärken Selbstbestimmung dürfe nicht vom System abhängen – sie müsse im Alltag ankommen.
Der Fachtag bildete den Höhepunkt und Abschluss einer Veranstaltungsreihe, die Anfang März begonnen und anschließend Station in Schwelm, Wetter (Ruhr), Herdecke, Hattingen und Witten gemacht hatte. Informationen über das Persönliche Budget lieferten eine Wanderausstellung sowie Fachimpulse und Beratungen. Angeboten wurde diese von der Ergänzenden Unabhängigen Teilhabeberatung (EUTB) und den kommunalen Inklusionsbeauftragten.
Im Mittelpunkt der Abschlussveranstaltung standen die Erfahrungen von Nutzerinnen und Nutzern des Persönlichen Budgets. Deutlich wurde dabei: Zum einen ist das Beantragen und Umsetzen häufig herausfordernd, zum anderen wird die Mühe belohnt – unter anderem mit mehr Autonomie, größerer Selbstbestimmung und der Möglichkeit, Assistenzleistungen passgenau nach eigenen Bedürfnissen zu gestalten.
Weitere Programmpunkte des Fachtages waren die Arbeit der Verfahrenslotsinnen aus Gevelsberg, Ennepetal und Schwelm und die Angebote der EUTB als zentrale Beratungsstelle im Ennepe-Ruhr-Kreis. Das Kompetenzzentrum Selbstbestimmt Leben moderierte Arbeitsgruppen, in denen verschiedene Aspekte rund um das Persönliche Budget vertieft wurden.
„Auch wenn wir die Impulse und Rückmeldungen der Gäste im Team noch auswerten, bearbeiten und an zuständige Stellen weiterleiten werden, bin ich mit der Premiere dieser Veranstaltung bereits jetzt sehr zufrieden“, zog Judith Volk, Inklusionsbeauftragte für den Ennepe-Ruhr-Kreis, ein erstes Fazit. Veröffentlicht werden sollen die Ergebnisse und Rückmeldungen im Mai. Darüber hinaus werden das Veranstaltungsformat und die gewonnenen Erkenntnisse in den Arbeitskreis der Behindertenbeauftragten in Nordrhein-Westfalen eingebracht.
Stichwort Kampagne
Initiiert und organisiert wurde die Sensibilisierungskampagne von Judith Volk und den Kompetenzzentren Selbstbestimmt Leben NRW mit Unterstützung der Behinderten- und Seniorenbeauftragten der kreisangehörigen Städte. Fachlich begleitet wurde sie durch die EUTB sowie Beraterin und Coach Linda Gilfert.
Foto:
Mit einem gut besuchten Fachtag ist die kreisweite Kampagne „Das Persönliche Budget – mehr Selbstbestimmung für Menschen mit Behinderung“ erfolgreich zu Ende gegangen (UvK/ Ennepe-Ruhr-Kreis).









