Wildschweine: Abschusszahl mehr als verdoppelt
Wildschweine auf Friedhöfen, in Gärten, auf Grünflächen und in der Nähe von Schulen: In den vergangenen Wochen und Monaten haben Berichte über Schwarzwild auch im Ennepe-Ruhr-Kreis für Aufmerksamkeit gesorgt.
Als Untere Jagdbehörde beobachtet und bewertet der Ennepe-Ruhr-Kreis diese Ereignisse in Kooperation mit Jägerinnen und Jägern. Reagiert wurde dabei zuletzt insbesondere auf die deutlich gestiegene Anzahl der Wildschweine. Erkennbar ist dies insbesondere an der aktuellen Abschusszahl – im Jagdjahr 2025/26 sind im Kreis 1.032 Wildschweine erlegt worden. Zum Vergleich: 2020/2021 waren es 264, 2021/2022 354, 2022/2023 216, 2023/2024 429 und 2024/2025 402 Tiere.
„Das Jahresplus von mehr 156 Prozent zeigt deutlich: Jagdbehörde und Jäger haben die Entwicklungen beim Schwarzwild und die damit verbundenen Folgen im Blick und handeln dort, wo gehandelt werden kann“, macht Peter Größ, zuständiger Abteilungsleiter im Schwelmer Kreishaus deutlich. Für ihn ebenfalls wichtig: „Mit rund 70 Abschüssen war im letzten Jahr mit Ennepetal-Meininghausen genau das Revier Spitzenreiter, in dem es besonders viele Vorfälle gegeben hat.“
Die Jagd auf Wildschweine hat allerdings auch ihre Grenze. Insbesondere in so genannten „befriedeten Bezirken“ – also beispielsweise in der Nähe von Wohngebieten – ist das Abfeuern von Geschossen, die Wildschweine erlegen können, zu riskant und mit erheblichen Risiken für Menschen verbunden.
„Wir müssen rechtssicher, umsichtig und mit Augenmaß handeln“, unterstreicht Größ. Die aktuellen Diskussionen sowie die Suche nach Lösungsansätzen auf Landesebene verfolge der Ennepe-Ruhr-Kreis aufmerksam und mit großem Interesse. Ziel bleibe es, mit dem, was jeweils möglich ist, Schäden zu begrenzen und Risiken zu minimieren.
Hierzu können auch Bürgerinnen und Bürger Beiträge leisten und vorbeugend aktiv werden. Dazu gehört insbesondere, Essensreste nicht offen zugänglich zu machen, Abfälle sicher zu entsorgen und Komposthaufen nicht mit Speiseresten zu bestücken. All dies verhindert, dass Wildschweine angelockt werden. Grundstückseigentümer können zudem prüfen, ob Gärten, Grünflächen oder besonders gefährdete Bereiche durch geeignete Einzäunungen besser geschützt werden können.
Bei Begegnungen mit Wildschweinen rät die Kreisverwaltung: Ruhe bewahren, Abstand halten, die Tiere nicht bedrängen und sich langsam zurückziehen. Hunde sollten angeleint bleiben. Besondere Vorsicht gilt, wenn Frischlinge in der Nähe sind. Wildschweine greifen Menschen in der Regel nicht grundlos an, können aber gefährlich werden, wenn sie sich oder ihren Nachwuchs bedroht fühlen.
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