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Shamonda-Virus erstmals im Ennepe-Ruhr-Kreis nachgewiesen

Das Shamonda-Virus (SHAV) ist nun auch im Ennepe-Ruhr-Kreis nachgewiesen worden. Nach Auskunft des Veterinäramtes wurde das Virus bei einer Milchviehherde festgestellt. Das Virus betrifft vor allem Rinder und wird vermutlich durch kleine Stechmücken, sogenannte Gnitzen, übertragen. Eine direkte Übertragung von Tier zu Tier ist bislang nicht nachgewiesen.
 
In Deutschland sind derzeit zwei Varianten des Virus bekannt. Die aktuell aufgetretene Variante SHAV-EU2 wurde bereits bei Rindern in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hessen und Thüringen festgestellt. Dabei handelt es sich um zwei voneinander unabhängige Krankheitsgeschehen, die sich teilweise in den betroffenen Bundesländern überschneiden.
 
„Nach aktuellem Stand stellt das Shamonda-Virus in Deutschland keine meldepflichtige Tierseuche dar“, erklärt Barbara Paß, stellvertretende Amtstierärztin des Ennepe-Ruhr-Kreises. „Die Symptome können sich allerdings mit denen anderer, rechtlich relevanter Tierseuchen überschneiden. Deshalb ist eine zukünftige Änderung der rechtlichen Einstufung nicht ausgeschlossen.“
 
Bei infizierten Milchkühen können unter anderem Fieber, Durchfall und ein deutlicher Rückgang der Milchleistung auftreten. Besondere Aufmerksamkeit gilt derzeit der möglichen Übertragung des Virus auf ungeborene Kälber. Bei verwandten Viren ist bekannt, dass eine Infektion während bestimmter Phasen der Trächtigkeit zu Fehlgeburten, Totgeburten oder schweren Fehlbildungen bei den Kälbern führen kann. Beim Rind gilt insbesondere der dritte bis fünfte Trächtigkeitsmonat als empfindliche Phase.
 
Für die Bevölkerung besteht nach derzeitiger Einschätzung kein relevantes Infektionsrisiko. Viren aus der Gruppe, zu der das Shamonda-Virus gehört, sind grundsätzlich nicht als Erreger bekannt, die vom Tier auf den Menschen übertragen werden. Auch für die derzeit in Europa vorkommende Variante gibt es nach aktuellem Kenntnisstand keine Hinweise auf eine relevante Gefährdung für den Menschen.
> Eine spezielle Behandlung gegen das Shamonda-Virus oder ein zugelassener Impfstoff gibt es momentan nicht. Erkrankte Tiere können lediglich gegen die auftretenden Symptome behandelt werden.
 
Tierhalter können versuchen, den Kontakt ihrer Tiere mit Gnitzen zu reduzieren. Dazu können beispielsweise Insektenschutzmittel, engmaschige Insektennetze sowie die Verringerung feuchter Bereiche dienen, in denen sich Gnitzen vermehren können. Einen sicheren Schutz vor einer Infektion bieten diese Maßnahmen allerdings nicht.
 
Bei einem entsprechenden Verdacht können Proben in den zuständigen Landesuntersuchungseinrichtungen untersucht werden, sind für den Tierhalter jedoch kostenpflichtig. Weitere Informationen zum Shamonda-Virus, zum Krankheitsbild und zu empfohlenen Maßnahmen stellt das Friedrich-Loeffler-Institut auf seiner Homepage unter folgendem Link zur Verfügung: https://www.fli.de/de/aktuelles/tierseuchengeschehen/shamonda-virus/.
 
 
 
 
Pressekontakt: Kira Scheven

Kontaktdaten:
Ennepe-Ruhr-Kreis, Pressestelle, Ingo Niemann (V.i.S.d.P.), Franziska Horsch, Kira Scheven, Hauptstr. 92, 58332 Schwelm
> Telefon: 02336/93 2062, 02336/93 2064, 02336/93 2066
> Mail: pressestelle@en-kreis.de
> Internet: www.en-kreis.de, App: Ennepe-Ruhr-Kreis
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