„Wir können das“: Kreisfeuerwehrverband setzt beim Neujahrsempfang auf Zuversicht
Von Tanja Satur, 15.1.2026

Im winterlichen verschneiten Breckerfeld fand am Sonntag, 11. Januar, der traditionelle Neujahrsempfang des Kreisfeuerwehrverbandes in der Feuer- und Rettungswache an der Langscheider Straße statt. Viele Gäste aus Politik, Verwaltung und den Feuerwehren waren der Einladung gefolgt — und erlebten einen Vormittag, der gleichermaßen von Wertschätzung, fachlichem Austausch und einem Blick in die Zukunft geprägt war.
Dank an die Ehrenamtlichen
Vizepräsident Michael Willms begrüßte unter anderem Landrat Jan-Christoph Schaberick, die Bundestagsabgeordneten Tijen Ataoğlu und Dr. Katja Strauss-Köster, die Landtagsabgeordnete Kirsten Stich sowie zahlreiche Bürgermeisterinnen und Bürgermeister und Vertreter aller Feuerwehren der kreisangehörigen Kommunen im — so sagte er — „Winter Wonderland Breckerfeld“.
Den Auftakt im Reigen der Redner machte Breckerfelds Bürgermeister André Dahlhaus, der die besondere Atmosphäre des Empfangs hervorhob: „Es ist mir eine große Freude, Sie traditionell in Breckerfeld begrüßen zu dürfen.“ Der Neujahrsempfang sei eine gute Gelegenheit, bestehende Verbindungen zu stärken und neue zu knüpfen — vor allem aber, um Danke zu sagen. „Die Anforderungen für die Feuerwehren haben zugenommen. Umso weniger ist es selbstverständlich, dass so viele ehrenamtliche Kameradinnen und Kameraden ihre private Zeit zum Wohle und Schutz der Gemeinschaft investieren“, betonte Dahlhaus. Als Beispiel für die steigenden Aufgaben nannte er die Entscheidung der Stadt, zum 1. Dezember 2025 mit Björn Maslowski einen hauptamtlichen Feuerwehrmann einzustellen, um die Ehrenamtlichen der Hansestadt zu entlasten.

3352 Einsatzkräfte für den Kreis
Auch Landrat Jan-Christoph Schaberick würdigte das Engagement der Feuerwehren im Ennepe-Ruhr-Kreis. Insgesamt leisten dort 3352 Frauen und Männer ihren Dienst, lediglich rund 300 davon hauptamtlich. „Diese Zahlen stehen nicht nur für eine beeindruckende Leistungsfähigkeit, sondern vor allem für Verantwortungsbewusstsein, Hilfsbereitschaft und die Bereitschaft, sich Tag und Nacht für die Sicherheit anderer einzusetzen“, sagte Schaberick.
Er hob besonders die gute Zusammenarbeit der Feuerwehren in den neun Kommunen hervor und dankte ausdrücklich auch den Kinder- und Jugendfeuerwehren als „unverzichtbarem Bestandteil für die Zukunftsfähigkeit der Feuerwehrfamilie“. Als kleine Geste des Dankes überreichte er der Freiwilligen Feuerwehr Breckerfeld einen augenzwinkernden „Bratwurst-Zuschuss“ für die Ausrichtung des Empfangs.
Bevölkerungsschutz braucht Teamarbeit
Kreisbrandmeister Martin Weber, seit acht Monaten im Amt, machte in seinem Grußwort deutlich, wie wichtig ein funktionierender Bevölkerungsschutz ist. Angesichts jüngster Ereignisse wie dem Brandunglück in Crans-Montana oder dem großflächigen Stromausfall in Berlin betonte er, dass in Krisenlagen nur das Zusammenspiel aller Kräfte funktioniert. „Solche Großeinsatzlagen machen deutlich, wie wichtig eine ausgezeichnete Zusammenarbeit der gesamten Schutzfamilie ist — Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei“, so Weber.

Beeindruckende Zahlen unterstrichen die Dimension der Aufgaben: Rund 180.000 Anrufe gingen im vergangenen Jahr in der Kreisleitstelle ein, etwa 70.000 davon über die Notrufnummer. Für die Feuerwehren bedeutete das rund 8000 Einsätze — im Schnitt 22 pro Tag.
Als künftige Schwerpunkte nannte Weber unter anderem die Einsatzstellenhygiene. „Unsere Kameradinnen und Kameraden kommen bei Einsätzen trotz aller Schutzmaßnahmen immer wieder mit krebserregenden Stoffen in Kontakt. Das Thema muss deshalb ganz oben auf der Agenda stehen.“ Ebenso wichtig sei die zivile Verteidigung, etwa bei großflächigen Stromausfällen. Ziel sei es, gemeinsam Sammelstellen und Hilfspunkte zu etablieren, wenn normale Strukturen versagen.
„Wir können das — wer sonst?“
Auch Bezirksbrandmeister Uwe Wiedenbeck blickte auf die veränderten Rahmenbedingungen. Klimawandel und geopolitische Krisen stellten auch die Feuerwehren vor immer größere Aufgaben. „Wir können das! Wer denn auch sonst?“, rief er den Anwesenden zu. Entscheidend sei, geplante Konzepte konsequent umzusetzen und neue zu entwickeln, um für Naturkatastrophen und den Schutz der Zivilbevölkerung gerüstet zu sein. Sein Fazit: „Es geht nur gemeinsam — vor allem in Zeiten, die schwierig sind.“
Sein ausdrücklicher Dank galt an diesem Tag der Freiwilligen Feuerwehr Breckerfeld, die „mit großem Engagement den Rahmen für einen gelungenen Neujahrsempfang geschaffen hat — und damit einmal mehr zeigt, dass eine starke Gemeinschaft die beste Grundlage für Sicherheit ist.“
Ehrung für jahrzehntelanges Engagement
Ein besonderer Moment des Vormittags war die Ernennung von Christoph Schöneborn zum Ehrenmitglied des Kreisfeuerwehrverbandes. Seit 1998 hatte er sich mit großem Einsatz der Pressearbeit gewidmet und war vielen als geschätzter Ratgeber bekannt. Sichtlich gerührt nahm Schöneborn die Auszeichnung entgegen und dankte dem Präsidium sowie seinen langjährigen Weggefährten Christian Arndt und Jens Herkströter für die vertrauensvolle Zusammenarbeit. Zugleich wurde Patric Poblotzki von der Feuerwehr Wetter (Ruhr) als neuer stellvertretender Pressesprecher vorgestellt.
Segen und Austausch zum Abschluss
Zum Abschluss des offiziellen Teils brachten die Sternsinger aus Breckerfeld den traditionellen Segen in die Feuer- und Rettungswache. Beim anschließenden gemeinsamen Mittagsbuffet, das Martin Krumme und sein Team vom Hotel „Zur Post“ gewohnt kunstvoll in Szene gesetzt hatten, nutzten Vertreterinnen und Vertreter von Feuerwehr, Politik, Verwaltung und Polizei die Gelegenheit zum intensiven Austausch.





