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Erster bestätigter Wolfsriss im Ennepe-Ruhr-Kreis

Erster bestätigter Wolfsriss im Ennepe-Ruhr-Kreis

Im Ennepe-Ruhr-Kreis ist erstmals ein Wolfsriss bei Nutztieren genetisch bestätigt worden. Das teilt die Kreisverwaltung mit Verweis auf ein Untersuchungsergebnis des Landesamtes für Natur, Umwelt und Klima Nordrhein-Westfalen (LANUK) mit. Ereignet hat sich der Riss am 18. Februar in Ennepetal – er wurde vom zuständigen Landesamt nach der Meldung durch den Tierhalter zunächst geprüft und jetzt als Wolfsriss bestätigt.
 
Nach den vorliegenden Erkenntnissen war eine Schafherde ausgebrochen. Sechs Tiere wurden tot aufgefunden, drei weitere vermisst. Die genetischen Untersuchungen identifizierten ein weibliches Tier aus einem in Rheinland-Pfalz ansässigen Rudel als verantwortlich.
 
„Mit diesem bestätigten Fall liegt erstmals im Ennepe-Ruhr-Kreis ein genetisch gesicherter Wolfsnachweis im Zusammenhang mit einem Schadensereignis vor“, ordnet die Kreisverwaltung das Ergebnis ein. Bislang hatte es im Kreisgebiet lediglich einzelne Sicht- und Videonachweise gegeben, zuletzt im Januar 2023 in Witten und Wetter (Ruhr). Insgesamt wurden in den vergangenen fünf Jahren fünf gesicherte Wolfsnachweise dokumentiert, die auf durchziehende Tiere hindeuteten.
 
Trotz des Risses in Ennepetal gibt es im Ennepe-Ruhr-Kreis nach wie vor keine Hinweise auf ein dauerhaft ansässiges Tier. Fachlich gilt: Erst wenn innerhalb von sechs Monaten wiederholt Nachweise desselben Wolfes erbracht werden, kann von Standorttreue ausgegangen werden. Aufgrund der Nähe zu bestehenden Wolfsgebieten im Märkischen Kreis, im Hochsauerlandkreis und im Rhein-Sieg-Kreis sowie der grundsätzlichen Eignung des Kreises als Lebensraums ist es jedoch nicht ausgeschlossen, dass künftig weitere Tiere durch das Kreisgebiet ziehen oder sich ansiedeln.
 
Die Verantwortung für das Wolfsmanagement liegt beim Land Nordrhein-Westfalen. Zuständig sind das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr sowie das Landesamt für Natur, Umwelt und Klima NRW. Das Amt übernimmt unter anderem das Monitoring, die Bewertung von Rissereignissen sowie die genetische Analyse. Unter www.wolf.nrw werden alle Wolfsnachweise und gemeldeten Nutztierfälle öffentlich dokumentiert.
 
„Wölfe gelten als scheu und meiden den Menschen. Begegnungen sind selten, verlaufen in der Regel unauffällig und enden meist mit der Flucht des Tieres. Kommt es dennoch zu einer Begegnung, wird empfohlen, Abstand zu halten, ruhig zu bleiben und sich gegebenenfalls bemerkbar zu machen“, weist die Kreisverwaltung auf das Verhalten der Tiere und sinnvolle Reaktionen hin. Von Wolfsrissen betroffene Tierhalter unterstütze das Land durch Entschädigungen und Förderprogramme für den Herdenschutz.
 
Zuständiger Ansprechpartner für Sichtungen von und Vorfällen mit Wölfen ist das LANUK – Hinweise zu Telefonnummern und einem Online-Meldeformular finden sich unter www.wolf.nrw. Wichtig: Da verwertbare DNA-Proben möglichst innerhalb von 24 Stunden gesichert werden müssen, sollte die Meldung bei Nutztierrissen sehr schnell und zeitnah erfolgen.
 
Stichwort Reviere
 
Wölfe wandern nach Erreichen der Geschlechtsreife aus ihren Rudeln ab und legen auf der Suche nach eigenen Revieren teils große Distanzen zurück. Die im Ennepetaler Fall nachgewiesene Wölfin stammt aus Rheinland-Pfalz und bestätigt damit die Mobilität der Tiere.

Kontaktdaten:> Ennepe-Ruhr-Kreis, Pressestelle, Ingo Niemann (V.i.S.d.P.), Franziska Horsch, Kira Scheven, Hauptstr. 92, 58332 Schwelm
Telefon: 02336/93 2062, 02336/93 2064, 02336/93 2066
Mail: pressestelle@en-kreis.de
Internet: www.en-kreis.de, App: Ennepe-Ruhr-Kreis
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