neuer Slide - copy
previous arrow
next arrow

Woche der seelischen Gesundheit startet in Witten

„Miteinander statt nebeneinander“: Vom 10. bis 20. Oktober lädt die Woche der seelischen Gesundheit im Ennepe-Ruhr-Kreis dazu ein, Berührungsängste abzubauen, Hilfen kennenzulernen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Der gemeinsame Auftakt findet am 10. Oktober von 12 bis 14:30 Uhr im Marien Hospital Witten statt. Interessierte können sich hier einen ersten Überblick über das Programm verschaffen und zugleich die Menschen kennenlernen, die hinter den Angeboten stehen.
 
„Wir wünschen uns, dass die Woche nicht nur Menschen erreicht, die bereits Kontakt zum psychiatrischen Hilfesystem haben. Seelische Gesundheit ist kein Nischenthema. Vielleicht beginnt mehr Miteinander manchmal schon damit, dass wir zuhören, nachfragen und psychische Erkrankungen genauso selbstverständlich thematisieren wie körperliche“, hofft Norma Kroll, Psychiatriekoordinatorin beim Ennepe-Ruhr-Kreis, auf viele interessierte Besucherinnen und Besucher.
 
Genau hier setzt die diesjährige Woche der seelischen Gesundheit im Ennepe-Ruhr-Kreis an. Zahlreiche Einrichtungen und Initiativen aus dem Kreisgebiet sind mit eigenen Veranstaltungen dabei. Unter dem bundesweiten Motto „Miteinander statt nebeneinander – für eine Gesellschaft in der jede Psyche zählt“ soll psychischen Erkrankungen mehr Sichtbarkeit gegeben und der Frage nachgegangen werden, was Menschen dabei unterstützen kann, psychisch stabil zu werden und zu bleiben.
 
„Psychische Gesundheit geht uns alle an. Trotzdem erleben wir, dass psychische Erkrankungen erst dann zum Thema werden, wenn eine Krise bereits eingetroffen ist. Mit der Aktionswoche möchten wir Räume schaffen, in denen Menschen unkompliziert miteinander in Gespräch kommen können. Dabei dürfen ganz unterschiedliche Perspektiven zusammenfinden. Von Menschen mit eigener Erfahrung und Angehörigen ebenso wie von Fachkräften und Interessierten“, so Kroll.
 
Wie unterschiedlich solche Begegnungen aussehen können, verrät ein Blick in das diesjährige Programmheft. In mehreren Städten des Ennepe-Ruhr-Kreises gibt es die Möglichkeit, psychiatrische und psychosoziale Hilfen und Angebote kennenzulernen. Andere Veranstaltungen laden dazu ein, eigene Erfahrungen einzubringen oder sich mit der eigenen seelischen Gesundheit auseinanderzusetzen.
 
So öffnet etwa die psychiatrische Tagesklinik in Witten ihre Türen und gibt Einblicke in eine Behandlungsform zwischen ambulanter Versorgung und einem vollstationären Krankenhausaufenthalt. In Hattingen macht ein psychiatrischer Aufklärungsbus Behandlungsmöglichkeiten transparenter und möchte Berührungsängsten entgegenwirken. Beim Trialog seelischer Gesundheit treffen Menschen mit eigener Krisenerfahrung auf Angehörige sowie Fachkräfte und tauschen ihre unterschiedlichen Perspektiven auf Augenhöhe aus.
 
Auch persönliche Erfahrungen werden während der Aktionswoche gezielt in den Mittelpunkt gestellt. In Schwelm spricht Autor und Kabarettist Tobi Katze im Rahmen einer Lesung selbstironisch über sein Leben mit Depressionen. Jan Leidag berichtet bei seiner Lesung mit anschließendem Gespräch in Witten von einer Kindheit, die durch Gewalt, Mobbing und Trennung geprägt war, und von seinem weiteren Lebensweg.
 
Darüber hinaus bietet das Programm zahlreiche Möglichkeiten, selbst aktiv zu werden. Workshops beschäftigen sich beispielsweise mit Resilienz oder Entspannung, während offene Beratungsangebote und Begegnungscafes vor allem Raum für persönliche Gespräche schaffen. Viele der Veranstaltungen sind kostenfrei und ohne vorherige Anmeldung zugänglich.
 
Auch beim Startschuss für die Aktionswoche am Samstag, 10. Oktober, von 12 bis 14.30 Uhr im Marienhospital Witten steht das Miteinander im Mittelpunkt. Durch die Veranstaltung führen die psychologische Psychotherapeutin Elisabeth Miro und Psychiatriekoordinatorin Norma Kroll. Musikalisch begleitet wird der Auftakt von Sängerin Lea Bergen. Die Auftaktveranstaltung ist kostenfrei. Eine Anmeldung telefonisch unter 02336 93-2784 oder per Mail an n.kroll@en-kreis.de ist für die Planung erwünscht, eine spontane Teilnahme aber ebenfalls möglich. Das vollständige Programmheft zur Woche der seelischen Gesundheit finden Interessierte auf der Internetseite des Kreises unter www.en-kreis.de.
Foto: Norma Kroll, Psychiatriekoordinatorin beim Ennepe-Ruhr-Kreis, hofft auf viele interessierte Besucherinnen und Besucher.